NABU OG Bad Hersfeld e.V. setzt erfolgreich einen Baustein für das NABU Ziel "Ein König sucht sein Reich" um.

Autor: Dipl.-Ing. H. Wacker, Rotenburg a.d.Fulda

Einleitung:

Im Feuchtgebiet bei Oberjossa sind vor ca. 80 Jahren die letzten Laubfrösche im mittleren Fuldatal ausgestorben. 2014 begann ein Wiederansiedlungsprojekt für den Laubfrosch im Mittleren Fuldatal und ein Aufbau der Restpopulation im Werratal des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

Im Jahr 2000 gab es nur noch 60 Rufer im Werratal bei Obersuhl. Durch jährliche Biotopgestaltungsmaßnahmen und Anlage geeigneter Laichgewässer im Umfeld der Restpopulation konnte die Population bis 2014 auf über 200 Rufer erhöht werden.

Derzeit gibt es im Werratal wieder 7 Gebiete mit 2.877 Rufern.

2014 begann die Wiederbesiedlung im Mittleren Fuldatal.

Derzeit gibt es im Fuldatal wieder 21 Gebiete mit 1.651 Rufern.

 

2025 wurden in dem NABU Projektgebiet Oberjossa geeignete Laichgewässer für den Laubfrosch neu angelegt und mit 500 Laubfroschlarven eine Wiederbesiedlung dieses Biotops umgesetzt in der vor 80 Jahren die letzten Laubfrösche im Fuldatal ausgestorben waren. Heute kommt der Laubfrosch wieder auf über 35 Flusskilometer in einem Biotopverbundsystem vor. Hierfür waren über 25 Jahre Biotopentwicklungsmaßnahmen erforderlich. Diese wurden maßgeblich von der Oberen Naturschutzbehörde durch Gelder aus Biodiversitätsmaßnahmen finanziert.

 

Neben dem Laubfrosch wurde im Projektgebiet des NABU Oberjossa zusätzliche Flächen erworben auf denen auch geeignete Laichgewässer für die Gelbbauchunke in 2025 angelegt wurden. Das hier in 2025 durchgeführte Wiederansiedlungsprojekt der Gelbbauchunke (ebenfalls gefördert durch die Obere Naturschutzbehörde im Rahmen von Biodiversitätsmaßnahmen) war ein Erfolg. 

Nach mehrjährigen Vorbereitungen und Vorlage aller Genehmigungen wurden im Frühjahr 2025 der erforderlichen Laichgewässer angelegt.

Abgestimmt mit der Oberen Naturschutzbehörde erfolgte die Einbringung von adulten Gelbbauchunken durch das Fachbüro "Agri Herp Consult" durch Entnahme speziell hierfür festgelegter Spenderpopulationen. Das Wiederansiedlungsprojekt war in 2025 sehr erfolgreich. Allein am 02.09.205 wurden 238 juvenile Gelbbauchunken an unterschiedlichen Kleingewässern gezählt. Ein ausführlicher Bericht zur Methodik mit Monitoring liegt unveröffentlicht der Oberen Naturschutzbehörde vor.

Die Wiederansiedlung der Gelbbauchunke im NABU Projekt Oberjossa erfolgt mit dem Ziel zum Aufbau einer Metapopulation durch Verknüpfung von 5 geeigneten Biotopen von denen 2 bereits von der Gelbbauchunke besiedelt sind. In dem Projektbaustein bei Solms erfolgte in 2025 ebenfalls erfolgreich eine Wiederbesiedlung durch das gleiche Büro mit Vorlage der entsprechenden Dokumentationen.

 

Künftige Entwicklung und Pflege des NABU Projektes Oberjossa:

In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Landwirt erfolgte bereits 2025 eine extensive Grünlandnutzung mit Nachbeweidung.

2026 soll das gesamte Gebiet zur Offenhaltung extensiv beweidet werden. Hierfür sind bereits Robinienpfähle als Abgrenzung und zur Installation eines Elektrozauns gesetzt worden. Um für die Gelbbauchunke jährlich geeignete Pioniergewässer bereit stellen zu können sollen Ende April eines Jahres in einem wenige Stunden dauernden Baggereinsatz mindestens 5 Kleingewässer neu angelegt werden. Jeweils die gleiche Anzahl alter Gewässer mit dem anfallenden Aushub wieder einzuebnen.

 

Faunistische Bedeutung des Gebietes:

Der Biber ist von der angrenzenden Jossa in das Gebiet eingewandert und hat an dem stehenden Teich bereits eine Burg gebaut. Sollte der Biber die bestehenden Entwässerungsgräben zusätzlich anstauen soll dieses geduldet werden. Auch wenn dies zur Vernässung von heute noch extensiv genutzten Grünland erfolgt. Dies war auch ein Hauptgrund für den erfolgten Flächenerwerb durch den NABU Bad Hersfeld e.V. im Gebiet. Ornithologisch hat insbesondere das vorhandene Röhricht mit Wasseranschluss eine hohe Bedeutung. Neben den bereits vorhandenen Brutvögeln wie Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Teichhuhn und vermutlich die Wasserralle werden künftig weitere Arten wie z.B. der Drosselrohrsänger oder das Blaukehlchen erwartet. 

In den Nasswiesen und an den Tümpelrändern ist die Bekassine und der Wasserläufer häufig als Rastvogel anzutreffen.

Der bestehende Teich ist ein Nahrungsbiotop für den Eisvogel der im Bereich von Steilufern am Jossabach brütet.

 

Fotos NABU

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