Kampf gegen Artensterben

Naturschützer fordern Bündnis - Kritik an geplanten Projekten

HZ Artikel vom 24.03.2021

Naturschützer aus dem Landkreis fordern ein Bündnis von Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Politik mit Vertretern der Wirtschaft, des Tourismus und der Bevölkerung.

Ziel müsse es sein, "das vielfach achselzuckend hingenommene massenhafte Aussterben von Tier- und Pflanzenarten" zu stoppen. 

Es sei "Zeit zu handeln", schreiben der Nabu-Kreisverband Hersfeld-Rotenburg und der Arbeitskreis Hersfeld-Rotenburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in einer Pressemitteilung. "Momentan scheinen wir uns eine lebenswerte Zukunft mit althergebrachten Mitteln -Ignorieren, Verhindern, Aussitzen, Ablenken, unzureichende Kompromisslösungen- sprichwörtlich verbauen zu wollen", kritisieren Michael Herzog (Nabu) und Karl-Heinz Humburg (HGON) . "Erschreckend" seien die geplanten und geforderten großflächigen Flächenversiegelungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: "81 Hektar Waldfläche in Schenklengsfeld, weitere Logistikhallen an Autobahnen, unabsehbare Flächenverluste durch die neue ICE-Strecke quer durch den halben Landkreis, Beeinträchtigung wertvoller Waldflächen durch mehr als 10 neue Windfelder, Verluste von landwirtschaftlichen Flächen in einer Vielzahl von Kommunen bei Verwirklichung aller gewünschten neuen Bauflächen.

Die Gesamtfläche des Landkreises ist nicht vermehrbar, betonen Herzog und Humburg. Die Versiegelung und Bebauung entziehe künftigen Generationen von Landwirten  die berufliche Existenzgrundlage und gefährde die Trinkwasserversorgung sowie die Erholungslandschaft für die Bevölkerung. Alle Maßnahmen für Natur- und Artenschutz, für die natürliche Hochwasserrückhaltung sowie die Erhaltung und Neuschaffung von Lebensräumen wie Magerrasen, Streuobstwiesen, Tümpel, Moore, Heckenzüge und artenreiche Wälder auf mindestens zehn Prozent der Landesfläche stellten gerade jetzt überlebensnotwendige Bausteine einer umfassenden Biodiversitätsstrategie dar. Herzog und Humburg verweisen auf eine Studie des Weltbiodiversitätsrates, die zu dem Schluss gekommen sei, dass der Planet an seine Belastungsgrenzen angelangt sei. Werde in diesem Jahrzehnt nicht gegengesteuert, sei laut einer Zusammenfassung des wissenschaftlichen Berichtes "die rapide Auslöschung der Natur von der Erde und damit die Basis unserer Volkswirtschaft, unserer Lebensgrundlagen, unserer Nahrung und Lebensqualität zu erwarten", so die Naturschützer.

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