NABU Bad Hersfeld zu Windparks im Kreisgebiet

24.05.2012: Pressebericht Hersfelder-Zeitung

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Öffentliche Stellungnahmen

05.02.2012: Naturschutzverbände äußern sich zum Thema Windkraft im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Fotomontage A. Werner
Fotomontage A. Werner

Der NABU Bad Hersfeld e.V., die Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal e.V. und die Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. Arbeitskreis Hersfeld-Rotenburg weisen zum Thema Windkraft auf Folgendes hin:


In unserem Kreis ziehen Vögel nicht nur durch die Flussauen  von Fulda und Werra, sondern durch das gesamte Kreisgebiet, weil hier ein Zentrum mehrerer international bedeutender Vogelfluglinien ist. Diese Erkenntnis sind das Ergebnis von über 100.000 Einzeldaten, die seit 1970 von den Naturschutzverbänden im Kreis gesammelt und regelmäßig in den Jahresberichten veröffentlich werden. Deshalb verfügt man über einen vorzüglichen Datenpool! Alle sonst zurzeit kursierenden Karten zu Zugwegen und Brutvogelkartierungen oder sonstige Gutachten für unseren Kreis sind wenig relevant, weil die vorhandenen Fakten nur unzureichend wiedergegeben werden.

 

Am eindrucksvollsten kann man dies am Kranich beobachten. Ornithologen zählten im Herbst mehr als 60.000 Vögel, die nach Süden zogen.

Ein weiteres Problem ist der Rotmilan. Er ist weltweit bedroht. Der Weltbestand dieses Greifvogels besteht höchstens aus 22.000 Brutpaaren, die fast ausschließlich in Europa brüten. Hessen hat mit seinen ca. 1.000 Brutpaaren eine extrem hohe Verantwortung für das Überleben dieser Vogelart. In Nordhessen gibt es hohe bis sehr hohe Vogeldichten. Im Kreis ist der Rotmilan als Brutvogel flächendeckend vertreten. Die Rotmilane führen die Statistik über Opfer an Windenergieanlagen deutlich an, weil sie die Gefahr der drehenden Flügel bei der Jagd nicht einschätzen können.

 

Das Aufstellen von Windkraftanlagen in Wald nach übereilten Planungen ohne angemessene Berücksichtigung von Mensch und Natur ist nicht die Lösung der drängenden Energieprobleme. Der Schutz des Waldes hat einen hohen gesellschaftspolitischen Stellenwert. Der Wald gilt gewissermaßen als letzte Bastion der Natur!

 

Ausdrücklich distanzieren sich die Naturschutzverbände von Ornithologen, die im Auftrag von Windkraftbetreibern genehme Gutachten erstellen. Am Beispiel einer geplanten Windkraftanlage in einem Nachbarkreis konnte man eindrucksvoll belegen, wie ornithologische Daten so "aufbereitet" wurden, dass sie unbedenklich für Windenergieanlagen sind. Die gleichen Ornithologen haben auch in einem Gutachten für den Regionalplan 2009 festgestellt, dass z.B. über den Kreis HEF-ROF gar keine Kraniche gezogen sind.

 

Naturschützer fordern die Veröffentlichung des seit Mai 2011 existierenden Gutachtens zur Abgrenzung relevanter Räume für windkraftempfindliche Vogel- und Fledermausarten!

 

31.03.2012: NABU kritisiert Windpark-Pläne: "Geht unser Lebensraum vor die Hunde?"

Energiegewinnung aus Windkraft beschäftigt derzeit landauf und landab. Ob Politik, Investoren, Landbesitzer oder Anwohner: Jeder hat eine individuelle Meinung zum Thema. So auch der Naturschutzbund Bad Hersfeld - im Folgenden die Pressemitteilung im Wortlaut:

"Die Printmedien in Waldhessen vertreten seit Wochen einen merkwürdigen Kurs. Einerseits erwähnen sie wiederholend die guten Entwicklungen im Tourismus, andererseits sehen sie überhaupt keine Alternative zur „Verspargelung“ der waldhessischen Landschaft selbst im Umfeld des historisch bedeutenden Kur- und Kreisstadt Bad Hersfeld. Eine Verspargelung stellten die Bürgermeister im Landkreis bislang zwar stets in Abrede, doch die geballte Ladung unterschiedlicher Windpark- Planungen von Privaten und Öffentlichen in Waldhessen rücken immer stärker ins Bewusstsein.

Nahezu alle Gemeinden sollen oder wollen kreuz und quer im Kreisgebiet riesige Anlagen bekommen. Hauptsache Windräder; immer und überall, das neue Credo der hessischen Politiker, auch der in Bad Hersfeld und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg? Das Papier von Bürgermeister Fehling (Bad Hersfeld) wird von den Printmedien als „vorwiegend emotional“ bezeichnet, die anlässlich der Bad Hersfelder Energietage von Prof.Ulrich v. Weizäcker gegebenen Handlungsempfehlungen kaum gewürdigt. Rund 17 Prozent der in Hessen benötigten Energie wird für Stomverbrauch eingesetzt. Der Energiegipfel hat aber den Verkehr und die Landwirtschaft als Emmitenten unbeachtet gelassen. 

Vollverspargelung der Kreise

Windkraft wird auch nach Vollverspargelung der bislang so lebenswerten osthessischen Kreise nur eine gewisse Rolle spielen können. Eine rasche Zerstörung aller Landschaftsbilder ist daher völlig unverhältnismäßig!!! Der Fukushima-Schock darf nicht als Begründung für eine Zerstörung des Lebensraumes herhalten. Alternative Energien unter Wahrung der Lebensqualität und der Natur und Landschaft. Das wäre wirklich nachhaltig gedacht. Davon scheint man momentan in Waldhessen weit entfernt zu sein. Bürgermeister Fehling geht mit seinen Vorschlägen zur Heranziehung innovativer Ideen und Konzepte u.E. in die richtige Richtung. Auch vor dem Hintergrund, dass die schwache Windenergie nur 1.700 Volllaststunden/pa. in unseren Breiten schafft. Wer deckt den Rest ab? Immerhin die restlichen 7.000 Jahresstunden!

Moderne Gaskraftwerke werden zurzeit augenscheinlich nicht neu gebaut, da sie nur als Reserve fungieren sollen. In Ludwigsau-Mecklar wird das schon lange angekündigte GUD-Kraftwerk wohl nie entstehen. Damit spielen Braun und Steinkohle mehr eine maßgebliche Rolle! Mehr Dreck denn je...Das Geld der hessischen Stromverbraucher wird auch nicht für neue Programme zur Reduzierung der Wärmeverluste reinvestiert. Obwohl hier die großen Energieeinsparungen durch Effizienzsteigerung möglich wären... Da passiert viel zu wenig, obwohl es außerdem richtig und nachhaltig CO2 spart. Zum Wohle Aller! Völlig unerheblich in der öffentlichen Debatte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dass die Beachtung der anderen im BauGB beschriebenen Rechtsgüter (entgegenstehende Belange) für viele Kommunen eigentlich unmittelbar von wirtschaftlichem Interesse ist. 

Intakte Natur und Landschaft sind eigentlich das Markenzeichen einer Region, die bislang oft genug zu den benachteiligten gehörte. Im Waldhessen diskutiert man noch nicht einmal darüber, dass derzeit Windkraft-Planungen über ein gemeinsames LEADER-Programm der Kommunen Alheim-Rotenburg und Bebra angeschoben werden, die die Jobmaschine Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg bis ins Mark treffen könnten. Nur eine „emotionale“ Debatte, oder? Auch Bad Hersfeld ging mit der Verteidigung der neu gewonnenen Stärken und seiner herausragenden kulturgeschichtlichen Bedeutung bislang höchst distanziert um. Das genannte Fehling-Papier und die kritische Haltung etlicher Bürger, sowie auch des NABU Bad Hersfeld basiert auf harten Fakten.

Gänzlich emotionaler Windmühlenrausch

Der gänzlich emotionale Windmühlenrausch hingegen ist irrational und unvernünftig, zerstört er doch komplett den landschaftlichen Charme einer attraktiv gewordenen Tourismusregion Waldhessen mit derzeit steigenden Buchungsquoten! Das oft zu lesende und zu hörende Wehgeschrei im Hinblick auf die zunehmende Überalterung und den Wegzug der Bevölkerung in fast allen Kommunen Waldhessens scheint in der Realität kaum einen politisch tätigen Akteur wirklich zu berühren. In einem technisch überformten sprich ruinierten Umfeld wird man in den dortigen Dörfern unter dem Kreuz 200 m hoher Stahlboliden mit nächtlicher Beleuchtung in Zukunft keinen jungen Menschen mehr halten können!

Es muss in den Ohren klingeln, wenn, wenn man die Sonntagsreden der Politiker hört, die oft von „den herrlichen Landschaften Nordhessens.....“ handeln, um das identitätsstiftende Heimatgefühl gerade auch bei den jungen Menschen zu wecken. Die Hersfelder Zeitung und die HNA schrieben unlängst von Windparkprojekten in Haunetal, Niederaula und Ludwigsau. Nicht jedoch von bekannt gewordenen Planungen in Alheim, Rotenburg, Bebra, Nentershausen-Dens, Friedewald, Wildeck, Heringen, Schenklengsfeld Neuenstein. Was machen außerdem Breitenbach a.H. Kirchheim, Ronshausen, Hauneck?Sollen die etwa keine Einnahmen aus Verpachtung und Gewerbesteuer kassieren? Was passiert an den unmittelbaren Kreisgrenzen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg? In Sontra (konkrete Planungen), in Stölzing (konkrete Planungen), in Thüringen, im Kreis Fulda und im Schwalm-Eder-Kreis?

Soll aus Waldhessen bald Windhessen werden?

Warum wird nicht vollständig recherchiert? Soll die Bevölkerung über das wahre Ausmaß der drohenden Lebensraumzerstörung getäuscht werden? Was machen die heimischen Politiker in der Regionalplanung für Nordhessen? Denken die über zielführende interkommunale Lösungen nach? An wenigen, bereits technisch belasteten Standorten? Oder sind sie berauscht von dem Willen, aus Waldhessen Windhessen werden zu lassen? Interkommunal wollte man es laut Vorgabe des hessischen Energiegipfels anpacken. Auch nur Sonntagsreden? Wie sooft, um die Bürger zu täuschen?"

 

Originalartikel auf osthessen-news.de: 
NABU kritisiert Windpark-Pläne: "Geht unser Lebensraum vor die Hunde?" 
(externer Link) 

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